Nesseler Projekt Idee

Aus Erinnerungen wird Begeisterung und Engagement

Die Mentoren des Projektes berichten

Kathrin Nargang, Christa Rößler und Louke Rijnders sind als Mentoren erste Ansprechpartner für Interessenten. Sie beschreiben die Besonderheiten des Projektes und berichten, was ihre Arbeit als aus der Gemeinschaft der Erwerber gewählte Mentoren prägt.

 

Frau Rößler, was begeistert Sie an der Idee des gemeinschaftlichen Wohnens?

Christa Rößler: Ich hatte das Glück meine Kindheit und Jugend in einer funktionierenden Nachbarschaft zu erleben. Es gab immer jemanden, an den man sich wenden konnte, der Fragen beantwortete, der was zu erzählen hatte, oder der auch mal bei Kummer trösten konnte. Mein Bruder entdeckte seine Begeisterung für das Zeichnen durch einen malenden Nachbarn, der ihm manches beigebracht hat. Meine Mutter hat – wie andere in unserem Viertel auch – schon mal für eine kranke Nachbarin mitgekocht und eingekauft. Und das war gar nichts Besonderes! Dieses Miteinander von Menschen unabhängig von Alter, Einkommen oder Weltanschauung bedeutet für mich Lebensqualität.

 

Was macht für Sie, Frau Nargang, dabei den Unterschied und Mehrwert zu einer gewöhnlichen Hausgemeinschaft aus, wie sie aus Mehrfamilienhäusern bekannt ist?

Kathrin Nargang: Jeder kennt wohl die Anonymität in manchen Mehrfamilienhäusern. Dieses Projekt hat als großes Ziel, diese Anonymität im Alltag abzubauen. Mittel dafür sind in dem Projekt schon vorhanden. Da gibt es zum einen die Gemeinschaftswohnung als Raum für gemeinsame Aktivitäten und zum anderen den Verein, in dem die Hausgemeinschaft organisiert ist und gemeinsame Aktionen plant. Ich hoffe jedoch sehr, dass sich neben den geplanten Aktionen auch viele kleine spontane Dinge ergeben.

 

Für welche Aktivitäten möchten Sie die Gemeinschaftswohnung nutzen?

Kathrin Nargang: In erster Linie soll die Gemeinschaftswohnung dem Zusammenleben im Haus dienen. D. h., sie kann für gemeinsame Aktivitäten wie z. B. Sonntagskaffees, Spieleabende und Hausversammlung genutzt werden. Jedoch ist in der Gemeinschaftswohnung auch ein Schlafzimmer eingeplant, so dass sie ebenfalls als Gästewohnung gemietet werden kann, wenn der Raum in der eigenen Wohnung mal etwas knapp wird.

 

Welche Aufgaben erfüllt der neu gegründete Verein?

Louke Rijnders: Er bietet seinen Mitgliedern regelmäßige Informations- und Bildungsveranstaltungen über das Wohnprojekt „Das Zusammenhaus“ sowie Mitarbeit an der Initiative von ähnlichen Projekten als Beispiele für alternative, gemeinschaftsorientierte, zukunftsweisende Wohnformen.

 

Und welche Funktion erfüllen Sie als Mentoren im Entwicklungsprozess des Projektes?

Kathrin Nargang: Das Mentorenprogramm ist ins Leben gerufen worden, um zwei Interessen bestmöglich miteinander zu verknüpfen. Da gibt es zum einen die Seite der neuen Interessenten, für die wir aus der Gruppe heraus die ersten Ansprechpartner für Fragen zur Idee des Zusammenhauses und des gewünschten zukünftigen Gemeinschaftslebens sind. Neben der Information der Interessenten ist es auch Aufgabe der Mentoren, in einem Gespräch die Wünsche und Bedürfnisse der Interessenten gegenüber der Gruppe herauszufinden, jedoch auch die Wünsche und Bedürfnisse der Gruppe gegenüber den Interessenten zu verdeutlichen.

 

Für wen ist das Leben im Zusammenhaus interessant?

Christa Rößler: Es ist für uns alle interessant. Unsere Gesellschaft fällt immer weiter auseinander; Eigennutz und Konkurrenz bestimmen das Leben von immer mehr Menschen, und Nutzen wird häufig nur noch in materiellen Dingen gesehen. Dabei hat die Forschung schon lange herausgefunden, dass sich Lebensglück und Zufriedenheit aus menschlicher Nähe, Empathie und Solidarität ergeben. Das Konzept des Zusammenhauses fordert daher eine gute Entwicklung heraus.

 

Welche Wünsche haben Sie für das zukünftige Leben im Zusammenhaus?

Kathrin Nargang: Ich wünsche mir ein aktives und dynamisches gemeinschaftliches Miteinander, ohne den Zwang an jedem Angebot mitmachen zu müssen. Die Gruppe hat sich da ein schönes zusammenfassendes Motto gegeben: „Jeder kann, keiner muss“. Als Beispiele für Gruppenaktionen kann ich mir gemeinschaftliche Kochabende oder Brunchs, neben kleinen Hausfesten vorstellen. Weitere nette Aktionen können z. B. auch Film- oder Spieleabende sein oder Ausflüge in die nähere oder fernere Umgebung.

 

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung dieser Wohnform in Aachen und auch anderswo?

Louke Rijnders: Durch die auftretende Vergreisung in Aachen sowie auch in ganz Deutschland entsteht ein großes Bedürfnis an Wohnprojekten dieser Art, da es eine gute Alternative zu anonymer Nachbarschaft ist. Es bringt Jung und Alt zusammen und wird  zukünftig für viele das neue Wohnkonzept sein.

 

Kontakt zu den Mentoren kann über den Verein Das Zusammenhaus e.V. aufgenommen werden.

1412_NPI-8541

Kathrin Nargang

 

1412_NPI-8591

Christa Rößler

 

1412_NPI-8618

Louke Rijnders